下一場世界大戰已經開始了。美國和中國正在爭奪新的世界秩序。但超級大國之間的博弈方式與以往大不相同。伊朗戰爭和烏克蘭戰爭證明了這一點。

Kampf um Weltordnung: Der nächste Weltkrieg hat bereits begonnen

Lukas Mäder

Die USA und China ringen um eine neue Weltordnung. Doch der Kampf der Grossmächte findet anders statt als früher. Das zeigen die Kriege in Iran und in der Ukraine.

05.06.2026, 05.30 Uhr

7 Leseminuten

美國和中國正在爭奪新的世界秩序。但超級大國之間的博弈方式與以往大不相同。伊朗戰爭和烏克蘭戰爭證明了這一點。

美國和中國正在爭奪新的世界秩序。但超級大國之間的博弈方式與以往大不相同。伊朗戰爭和烏克蘭戰爭證明了這一點。
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伊朗在與美國的戰爭中得到了中國的支持,但這種支持只是在幕後進行的:3月初,一架美國直升機從航空母艦上起飛。

伊朗在與美國的戰爭中得到了中國的支持,但這種支持只是在幕後進行的:3月初,一架美國直升機從航空母艦上起飛。

美國海軍透過 Imago
世界無法置身於伊朗戰爭之外。戰爭爆發僅數日, 印度的烹飪用瓦斯就出現短缺。菲律賓在三月底宣布進入能源緊急狀態。霍爾木茲海峽的關閉導致燃料供應出現問題,尤其是在亞洲和非洲國​​家。食品價格也在上漲。
兩伊戰爭具有全球性影響。儘管軍事對抗已降至最低,但衝突已轉向經濟領域。霍爾木茲海峽已成為伊朗的談判籌碼。這種做法可能成為未來幾年衝突的典型特徵。
各大強國正在爭奪新的世界秩序。中美之間的衝突始於多年前的貿易戰。俄羅斯試圖透過烏克蘭戰爭鞏固其在周邊地區的影響力。川普總統希望將外交政策的重點更放在周邊地區,而讓歐洲更自主發展。這進一步動搖了現有的全球秩序。
權力鬥爭將會加劇。但這並不意味著俄羅斯、中國、美國以及可能包括歐洲在內的各方之間的衝突將升級為公開的第三次世界大戰。近幾個月的事態發展表明,未來將會出現一些持續時間較長的混合衝突,這些衝突不會演變成戰爭,只有部分衝突最終會發展為暫時的軍事對抗。
灰色地帶衝突時代已經到來,而且可能會持續數十年。伊朗戰爭就是明證。

伊朗戰爭再次陷入灰色地帶。

美國和以色列與伊朗之間多年來一直存在混合衝突。雙方進行秘密行動,旨在破壞伊朗核計畫或削弱其政權,其中包括網路攻擊和定點清除。作為回應,伊朗試圖影響美國總統大選或暗殺川普。在地區代理組織的支持下,德黑蘭對以色列發動了數年的戰爭。
二月底爆發的伊朗戰爭是先前衝突的軍事升級,但並未帶來最終結果。
美國擁有軍事優勢,但如果不部署地面部隊,就無法實現其目標。軍事幹預帶來的財政和國內政治成本很快就令美國總統川普難以負擔。戰爭此後暫停。目前,雙方都試圖透過封鎖霍爾木茲海峽來迫使對方做出讓步。
因此,衝突又回到了灰色地帶。衝突各方可以訴諸混合戰爭手段:經濟施壓、破壞活動、網路攻擊或個別軍事打擊——所有這些都受到資訊空間操縱策略的影響。在這種情況下,衝突可能會持續很長時間。

烏克蘭戰爭可能演變成一場凍結衝突。

這場戰爭與烏克蘭戰爭有著驚人的相似之處。同樣,這場戰爭之前也經歷了多年的混合衝突,包括破壞、干涉以及在烏克蘭東部的一場有限戰爭。然而,俄羅斯未能透過這種方式實現其政治目標,也未能重新獲得對烏克蘭的政治影響力。因此,普丁總統發動了公開戰爭。
然而,軍事升級並未帶來決定性的結果。烏克蘭的血腥戰爭仍在繼續,但數月來前線並未發生重大變化。這場戰爭已演變成一場消耗戰,各方的代價都在不斷攀升。
因此,一種可能的局面是,烏克蘭戰爭將在未來幾個月或幾年內演變為一場「凍結衝突」。這甚至不需要達成任何協議或正式停火。雙方都不必向對方做出不受歡迎的讓步。
然而,圍繞烏克蘭的混合衝突將持續數年甚至數十年。
對歐洲而言,這樣的事態發展並不意味著緊張局勢會有所緩和。近幾個月來,俄羅斯的秘密行動增加。烏克蘭戰事的暫停並不會改變這一點。相反,克里姆林宮甚至可能為了施加政治影響力而加強對歐洲的行動。

中國利用科技幫助其合作夥伴。

中國在烏克蘭戰爭和伊朗戰爭中都扮演著重要角色。由於西方制裁,俄羅斯已經變得依賴中國。北京為戰爭提供技術和武器零件,並透過能源採購提供 急需的收入 。這個超級大國已經淪為中國的附庸。
伊朗還可以指望北京的幫助。由於中國的技術,德黑蘭成功攻擊了幾個重要的美國雷達站,並摧毀了一架重要的美國空軍偵察機。
根據美國方面消息,至少有兩家中國公司提供了 關鍵的衛星影像,據稱這些影像使伊朗軍方能夠對美軍發動攻擊。此外,伊朗伊斯蘭革命衛隊早在2024年就從一家中國公司購買了一顆偵察衛星
因此,伊朗得以將飛彈和自殺式無人機等低技術武器與高科技偵察手段結合。這是一種對抗美國強大軍事力量的巧妙策略。
中國與伊朗能否在對美戰爭中取得勝利有著切身利益。戰爭高峰時期,美國需要大量軍火,既用於自身進攻,也用於防禦伊朗的無人機和飛彈。這削弱了美國及其全球盟友的實力。

貿易制裁對雙方都有利

伊朗目前正試圖利用全球經濟互聯互通來制衡美國,其手段是封鎖霍爾木茲海峽。然而,這種策略是否有效仍有待觀察。包括伊朗自身在內的眾多國家,尤其是亞洲和非洲國​​家,都因海峽封鎖而遭受損失。
中國目前擁有大量燃料儲備。身為伊朗的重要夥伴,北京或許能夠說服德黑蘭政權讓步。然而,中國不太可能急於求成。海灣衝突正逐漸成為對手美國面臨的戰略劣勢。
然而,在全球互聯互通的今天,經濟壓力是一把雙面刃。在中美衝突中,雙方多年來都依賴貿易限制和關稅。這也凸顯了這種做法的弊端。
要打擊對手,就必須承受重大損失。這種依賴關係是相互的。正因如此,去年中國在中美貿易爭端中才能施加如此強大的經濟壓力,迫使川普不得不大幅取消關稅。
美國無法與中國徹底決裂。這就導致了一個荒謬的局面:兩國是對手,卻又不得不合作。

耐心和混合行動能帶來更大的影響力

烏克蘭和伊朗的戰爭表明,曠日持久的大規模衝突往往令衝突各方在政治上舉步維艱。這些衝突會造成經濟損失,帶來經濟後果,而且往往難以向本國民眾解釋其合理性。然而,這些因素在民主國家的影響力遠大於在專制國家。
在非對稱戰爭中,傳統軍事能力,例如大國所擁有的能力,正逐漸達到極限。民用技術和資訊處理的重要性日益凸顯。這有利於烏克蘭或伊朗等小國。雖然它們本身無法贏得戰爭,但卻能顯著增加對手的戰爭成本。
有鑑於此,混合戰爭成為可行的選擇。低於戰爭門檻的行動和攻擊往往更容易、更經濟地促成敵方政治變革或取得影響力——至少對於那些著眼於數年或數十年長遠發展的人來說是如此。
但這並不意味著軍事手段過時了。事實上,不穩定的地緣政治局勢反而增加了區域衝突的可能性。軍事威懾的重要性日益凸顯。如果聯盟瓦解,各方都將孤立無援。
關於中國,一個問題是,這一事態發展對台灣衝突意味著什麼。混合戰爭在中國已經全面展開——軍事威懾、網路攻擊和強大的政治影響力交織在一起。許多觀察家認為,中國在未來幾年發動軍事攻擊幾乎已成定局。但這並非板上釘釘。
一個重要的反對理由是:中國不喜歡不確定性。然而,對台開戰恰恰會帶來不確定性。其全球後果難以預料,世界經濟動盪的威脅迫在眉睫。即便美國不捲入戰爭,曠日持久的軍事衝突,甚至像烏克蘭那樣的僵局,都極有可能發生。中國的崛起​​之路也將因此受阻。

世界必須為動盪時期做好準備。

中國巧妙地利用了烏克蘭和中東的戰爭,從中獲利。它使全球強國俄羅斯對其產生依賴,並牽制了美國在中東的行動。北京的全球影響力日益增強,並且無可爭議地領導著由中國、俄羅斯、伊朗和北韓組成的威權軸心。這一切並不需要直接的軍事介入。
此外,美國總統川普正在助長中國的實力。透過質疑與歐洲的跨大西洋聯盟,美國正在失去影響力。這項新的美國政策不僅削弱了美國這個超級大國自身,也削弱了整個西方自由主義陣營。
中美之間的衝突將在未來幾年乃至幾十年內塑造世界格局。全球化進程不會逆轉,相反,國際相互依存程度將持續加深。然而,自由貿易的優勢將會減弱,供應鏈的不確定性日益增加,貿易中斷或限制構成威脅。企業必須為更具挑戰性的局面做好準備。
伊朗戰爭表明,區域衝突可以多麼迅速地引發全球性後果。即使是未捲入衝突的國家也會受到影響。中國國家主席習近平在5月川普訪華期間就意識到了這一點,他警告說,中美兩大超級大國之間的衝突將損害它們本身以及整個世界。這場衝突已經開始,唯一的問題是它會升級到什麼程度。
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Iran erhält im Krieg gegen die USA Unterstützung von China, allerdings nur im Hintergrund: Ein amerikanischer Helikopter startet Anfang März von einem Flugzeugträger.
Iran erhält im Krieg gegen die USA Unterstützung von China, allerdings nur im Hintergrund: Ein amerikanischer Helikopter startet Anfang März von einem Flugzeugträger.U.S. Navy via Imago

Die Welt kann sich dem Iran-Krieg nicht entziehen. Bereits wenige Tage nach Beginn wurde in Indien das Kochgas knapp. Die Philippinen haben Ende März den Energienotstand ausgerufen. Vor allem in Ländern Asiens und Afrikas führt die Sperrung der Strasse von Hormuz zu Problemen mit der Treibstoffversorgung. Auch die Lebensmittelpreise steigen.

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Der Iran-Krieg hat eine globale Dimension. Während die militärische Auseinandersetzung auf ein Minimum reduziert ist, hat sich der Konflikt auf die wirtschaftliche Ebene verschoben. Die Bedeutung der Meerenge von Hormuz ist ein Druckmittel für Iran. Dieses Vorgehen könnte typisch werden für Konflikte der nächsten Jahre.

Die Grossmächte ringen um eine neue Weltordnung. Der Konflikt zwischen China und den USA hat bereits vor Jahren mit dem Handelskrieg begonnen. Russland versuchte mit dem Ukraine-Krieg, den Einfluss in seiner Nachbarschaft zu sichern. Präsident Trump will sich aussenpolitisch stärker auf die unmittelbare Nachbarschaft fokussieren und Europa stärker sich selbst überlassen. Das rüttelt zusätzlich am bisherigen Weltgefüge.

Die machtpolitischen Turbulenzen werden sich verstärken. Doch das bedeutet nicht, dass der Konflikt zwischen Russland, China, den USA und möglicherweise Europa in einem offenen dritten Weltkrieg eskalieren wird. Die Entwicklung der vergangenen Monate deutet eher darauf hin, dass es zu längerfristigen hybriden Konflikten unterhalb der Kriegsschwelle kommen wird, die nur in Teilen in eine vorübergehende militärische Auseinandersetzung münden.

Die Ära der Grauzonen-Konflikte hat bereits begonnen und könnte noch Jahrzehnte dauern. Das zeigt der Iran-Krieg.

Der Iran-Krieg ist zurück in der Grauzone

Die USA und Israel befinden sich seit Jahren in einem hybriden Konflikt mit Iran. Verdeckte Operationen sollten das iranische Atomprogramm sabotieren oder das Regime schwächen. Es kam zu Cyberangriffen und gezielten Tötungen. Iran wiederum versuchte, die amerikanischen Präsidentschaftswahlen zu beeinflussen oder Trump zu ermorden. Mit der Unterstützung von Proxy-Gruppen in der Region führte Teheran jahrelang einen Krieg gegen Israel.

Der Iran-Krieg von Ende Februar ist die militärische Eskalation des früheren Konflikts. Doch eine Entscheidung hat er nicht gebracht.

Die USA sind militärisch überlegen, doch ohne den Einsatz von Bodentruppen können sie ihre Ziele nicht erreichen. Die finanziellen und die innenpolitischen Kosten des Militäreinsatzes wurden für den US-Präsidenten Trump rasch zu hoch. Inzwischen ist der Krieg wieder ausgesetzt. Beide Seiten versuchen nun, den Gegner mit einer Blockade der Strasse von Hormuz zu Zugeständnissen zu bewegen.

Der Konflikt ist damit zurück in der Grauzone. Die Parteien können auf die Mittel des hybriden Kriegs zurückgreifen: wirtschaftlicher Druck, Sabotageakte, Cyberattacken oder einzelne militärische Angriffe – und alles umrahmt von Beeinflussungsaktionen im Informationsraum. In dieser Form kann die Auseinandersetzung noch lange andauern.

Ukraine-Krieg könnte zum eingefrorenen Konflikt werden

Auffallend sind die Parallelen zum Ukraine-Krieg. Diesem ging ebenfalls ein jahrelanger hybrider Konflikt voraus, mit Sabotage, Einflussnahme und einem begrenzten Krieg in der Ostukraine. Sein politisches Ziel konnte Russland damit jedoch nicht erreichen. Es gewann den politischen Einfluss auf die Ukraine nicht zurück. Daraufhin begann Präsident Putin den offenen Krieg.

Eine Entscheidung hat die militärische Eskalation jedoch ebenfalls nicht gebracht. Der blutige Krieg in der Ukraine dauert weiterhin an, aber grössere Verschiebungen der Frontlinie gibt es seit Monaten nicht. Der Krieg ist zu einem Abnützungskampf der Ressourcen geworden. Die Kosten der Beteiligten steigen.

Ein denkbares Szenario ist deshalb, dass der Ukraine-Krieg in den nächsten Monaten oder Jahren in einen eingefrorenen Konflikt übergeht. Dazu wäre nicht einmal ein Abkommen oder ein formeller Waffenstillstand nötig. Keine der beiden Seiten müsste dem Gegner unpopuläre Zugeständnisse machen.

Der hybride Konflikt um die Ukraine wird jedoch andauern, noch Jahre oder gar Jahrzehnte.

Für Europa würde eine solche Entwicklung keine Entspannung bedeuten. In den vergangenen Monaten haben die verdeckten Operationen Russlands zugenommen. Eine Pause der Kriegshandlungen in der Ukraine würde daran nichts ändern. Im Gegenteil: Der Kreml könnte seine Aktionen gegen Europa sogar intensivieren, um politischen Einfluss zu nehmen.

China hilft seinen Partnern mit Technologie

In beiden Kriegen, in der Ukraine und in Iran, spielt China eine bedeutende Rolle. Als Folge der westlichen Sanktionen ist Russland von China abhängig geworden. Peking liefert Technologie und Waffenteile für den Krieg und sorgt mit Energiekäufen für dringend benötigte Einnahmen. Die Grossmacht ist zum Juniorpartner Chinas geworden.

Iran kann ebenfalls auf Hilfe aus Peking zählen. Dank chinesischer Technologie gelang es Teheran, mehrere wichtige Radarstationen der Amerikaner zu treffen und ein wertvolles Aufklärungsflugzeug der US-Luftwaffe zu zerstören.

Mindestens zwei chinesische Firmen lieferten laut amerikanischen Angaben entscheidende Satellitenaufnahmen, die dem iranischen Militär Angriffe auf US-Streitkräfte ermöglicht haben sollen. Die iranischen Revolutionswächter hatten zudem bereits 2024 von einer chinesischen Firma einen Aufklärungssatelliten im All gekauft.

Iran konnte so Low-Tech-Waffen wie Raketen und Kamikazedrohnen mit Aufklärung aus Hightech-Quellen kombinieren. Ein geschicktes Vorgehen, um gegen die überlegene Militärmacht USA zu kämpfen.

Dass Teheran im Krieg gegen die USA möglichst gut bestehen kann, liegt im Interesse Chinas. Die Amerikaner benötigten in der Hochphase des Kriegs grosse Mengen an Munition, sowohl für ihre Angriffe als auch zur Abwehr iranischer Drohnen und Raketen. Dies schwächt die USA und ihre Verbündeten weltweit.

Handelssanktionen schaden beiden Seiten

Iran versucht nun mit der Sperrung der Strasse von Hormuz, die globalen wirtschaftlichen Verflechtungen als Druckmittel gegen die USA einzusetzen. Doch ob das Vorgehen tatsächlich wirksam ist, lässt sich noch nicht beurteilen. Denn unter der Sperre leiden zahlreiche Länder, gerade in Asien und Afrika, aber auch Iran selbst.

China hat derzeit noch grosse Treibstoffvorräte. Als wichtiger Partner Irans könnte Peking das Regime in Teheran vermutlich zum Einlenken bewegen. Doch China dürfte damit keine Eile haben. Der Konflikt im Golf wird für den Gegner USA zum strategischen Nachteil.

In einer global vernetzten Welt ist wirtschaftlicher Druck allerdings ein ambivalentes Mittel. Im Konflikt zwischen den USA und China setzten die Parteien seit Jahren auf Handelsbeschränkungen und Zölle. Dort zeigen sich auch die Nachteile dieses Vorgehens.

Um dem Gegner zu schaden, müssen selbst grosse Einbussen in Kauf genommen werden. Die Abhängigkeit besteht gegenseitig. Deswegen konnte China im Zollstreit mit den USA im vergangenen Jahr so grossen wirtschaftlichen Druck aufbauen, dass Trump die Zölle weitgehend zurücknehmen musste.

Die USA können nicht komplett mit China brechen. Das führt zu der grotesken Situation, dass die beiden Länder sich als Gegner gegenüberstehen, aber dennoch zusammenarbeiten müssen.

Mehr Einfluss dank Geduld und hybriden Aktionen

In der Ukraine und in Iran zeigt sich generell, warum grosse, länger andauernde Kriege für die beteiligten Parteien politisch oft schwierig sind. Sie verursachen finanzielle Kosten, haben wirtschaftliche Folgen und sind gegenüber der eigenen Bevölkerung oft schwer zu rechtfertigen. In Demokratien wiegen diese Faktoren allerdings deutlich schwerer als in autokratischen Staaten.

Die klassischen militärischen Fähigkeiten, wie sie die Grossmächte haben, stossen in der asymmetrischen Kriegsführung an ihre Grenzen. Zivile Technologien und die Informationsverarbeitung werden wichtiger. Das hilft kleineren Staaten wie der Ukraine oder Iran. Sie können den Krieg zwar nicht zu ihren eigenen Gunsten entscheiden, aber die Kosten für den Gegner in die Höhe treiben.

Angesichts dieser Entwicklung bieten sich die Mittel der hybriden Kriegsführung als Alternative an. Mit Operationen und Angriffen unterhalb der Kriegsschwelle ist es meist einfacher und billiger, einen politischen Wandel beim Gegner herbeizuführen oder Einfluss zu gewinnen. Zumindest für jene, die in längerfristigen Zeiträumen von Jahren bis Jahrzehnten denken.

Militärische Mittel werden dadurch nicht obsolet. Die instabile geopolitische Lage macht regionale Konflikte sogar noch wahrscheinlicher. Die militärische Abschreckung gewinnt an Bedeutung. Wenn Bündnisse zerfallen, ist jeder auf sich gestellt.

Bei China stellt sich die Frage, was diese Entwicklung für den Taiwan-Konflikt bedeutet. Der hybride Krieg ist dort bereits in vollem Gange – mit militärischer Einschüchterung, Cyberangriffen und starker politischer Einflussnahme. Viele Beobachter erachten es beinahe als gegeben, dass China in den nächsten Jahren einen militärischen Angriff lancieren wird. Doch das ist nicht sicher.

Ein wichtiger Grund spricht dagegen: China mag keine Unsicherheit. Doch genau das brächte ein Krieg gegen Taiwan. Die globalen Folgen lassen sich kaum abschätzen. Es droht ein weltwirtschaftliches Chaos. Und selbst wenn sich die USA aus dem Krieg heraushalten würden, drohte eine lange militärische Auseinandersetzung oder gar ein Patt wie in der Ukraine. Chinas Aufstieg als Weltmacht würde gebremst.

Die Welt muss sich auf turbulente Zeiten vorbereiten

China hat die Kriege in der Ukraine und in Nahost geschickt für sich genutzt. Es hat die Weltmacht Russland abhängig gemacht und bindet die USA in Nahost. Peking hat seinen globalen Einfluss vergrössert und führt die autoritäre Achse aus China, Russland, Iran und Nordkorea unbestritten an. Eine direkte Kriegsbeteiligung war dafür nicht nötig.

Der amerikanische Präsident Trump trägt zudem zu Chinas Stärke bei. Indem er das transatlantische Bündnis mit Europa infrage stellt, verlieren die USA an Einfluss. Die neue amerikanische Politik schwächt nicht nur die Grossmacht selbst, sondern auch den freiheitlichen Westen als Ganzes.

Der Konflikt zwischen China und den USA wird die Welt für die nächsten Jahre und Jahrzehnte bestimmen. Die Globalisierung wird dabei nicht rückgängig gemacht. Im Gegenteil, die internationalen Verflechtungen nehmen weiter zu. Allerdings fallen Vorteile des Freihandels weg. Die Unsicherheiten in der Lieferkette nehmen zu. Es drohen Unterbrüche oder Handelsbeschränkungen. Die Wirtschaft muss sich auf schwierigere Rahmenbedingungen einstellen.

Der Iran-Krieg zeigt, wie rasch ein regionaler Konflikt globale Folgen hat. Auch unbeteiligte Staaten leiden darunter. Chinas Staatschef Xi Jinping hat dies erkannt, als er anlässlich des Besuchs von Donald Trump im Mai warnend sagte: Ein Konflikt zwischen den beiden Grossmächten würde ihnen selbst und der gesamten Welt schaden. Dieser Konflikt hat bereits begonnen. Offen ist nur, wie stark er eskalieren wird.

11 Kommentare

Stefano Fereri

05.06.2026

Vielleicht müssen wir Taiwan opfern (und den Killswitch bei den ASML-Maschinen bei TSMC umlegen), indem wir den Chinesen dort freie Hand geben und uns im Gegenzug deren Unterstützung bei der Vollendung des Krieges USraels gegen den Iran zusichern lassen. Nach dieser großartigen Völkerrechtsaktion USraels gegen das Mullah-Regime mit all den Liquidationen in der Führungsetage der iranischen Volks- und Judenmörder darf die Sache jetzt nicht im Sand verlaufen. Das wäre eine historische Katastrophe, denn wir stehen vor der historisch einmaligen und vielleicht letzten Chance, den Nahostkonflikt zu beenden und das iranische Volk zu befreien - und das geht nur über die Beseitigung des Mullah-Regimes. Sollte dieses Regime den jüngsten Krieg hingegen überleben, bedeutet dies weitere Jahrzehnte des Krieges gegen Israel, mit all seinen Konsequenzen. Und für Russland gilt das Gleiche wie für den Iran, das ist dann das nächste Thema.

Markus Henny

05.06.2026

3 Empfehlungen

Die Ukraine und Taiwan sind überhaupt nicht miteinander vergleichbar. Denn die Ukraine ist viel grösser als Taiwan und hat damit eine viel grössere strategische Tiefe. Dazu ist Putin als Feldherr ein absoluter Hohlkopf; sogar Hitler war in der Ukraine deutlich erfolgreicher als Putin. Putin sollte die Ukraine besser kennen als Hitler. Putin konnte nicht einmal Charkiw erobern. Die Chinesen werden bestimmt nicht so tölpelhaft vorgehen wie Putin. Dazu ist Taiwan nach dem Völkerrecht ein Teil von China, denn Taiwan kann keinen Rechtstitel vorweisen, dass China auf Taiwan verzichtet hat. Wenn ein maroder Staat wie die Ukraine nicht einmal auf einen Teil seines Territoriums verzichtet, warum sollte dies eine Grossmacht wie China so etwas tun. Der Kt. AG wollte nicht einmal eine Abstimmung zulassen, ob sich eine Gemeinde dem Kt. ZH anschliessen darf.

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